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Aktuelles
Forum 2011
Forum im Rahmen des Deutsch-Russischen Jahres der Bildung, Wissenschaft und Innovation 2011/12
am 24.09.2011 im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur, Friedrichstraße 176-179, 10117 Berlin

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Sprache. Kultur. Gesellschaft: Das nationale Wertesystem

Teil 1. Die internationale Entwicklung und Tendenzen des Kommunikationsverhaltens von Vertretern der deutschen und der russischen Kultur (1,5 Stunden)


Posdnjakova Prof. Dr. Elena Pozdnyakova

Seit 2011 Professorin am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO), an der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität (RGGU)
1999-2011 Leiterin des Lehrstuhls für Internationale Wirtschaftskommunikation an der Staatlichen Universität Tambow (TGU), Professorin (Stadt Tambow, Russland)
1996-1999  Doktorandin der  Staatlichen Linguistischen Universität Moskau, Dissertation über kognitive Linguistik.

Titel des Vortrags 
Soziale Kognition in der Methodologie der Erforschung moderner kommunikativ-kognitiver Charakteristiken bei russischen und deutschen Muttersprachlern

Kurze Zusammenfassung des Vortrags 
Die kognitiven Wissenschaften setzen die Erforschung des Denkens und der Wissensstrukturen, der Sprache, des kommunikativen Verhaltens und der Wechselwirkung des Diskurses voraus. Alle diese Aspekte des menschlichen kognitiven Systems sind mit der sozialen Kognition verbunden. Die Erarbeitung einer Methodologie der sozialen Kognition gehört gegenwärtig zu den aktuellen Aufgaben der kognitiven Wissenschaften. Im Vortrag wird die Rolle der sozialen Kognition als Methodologie der Erforschung institutioneller  Diskurse und kommunikativ-kognitiver Charakteristika derer Teilnehmer aufgezeigt. Im Vortrag werden Beispiele institutioneller Diskurse gegeben, deren Interaktanten russischer und deutscher Herkunft sind.


PosdnjakovaProf. Dr. Alla Kirilina

Doktor der Philosophie, Professorin, angesehene Hochschulmitarbeiterin mit höchstem Ausbildungsstand, stellv. Chefredakteurin des Hochschulmagazins „Informationen des Moskauer Instituts für Linguistik“

Seit 2007 - Prorektor für Forschung, Moskauer Institut für Linguistik
1999-2007 Professur am Lehrstuhl für allgemeine Sprachwissenschaft an der  Staatlichen Linguistischen Universität Moskau (MGLU), Leiterin des Labors für Genderforschung der MGLU.

Titel des Vortrags 
Genderunterschiede in der russischen und deutschen Kommunikation

Kurze Zusammenfassung des Vortrags 
In der Epoche der Globalisierung und des postneoklassischen Wissens zieht die wissenschaftliche Kommunikation nun immer mehr die nachhaltige Aufmerksamkeit der Wissenschaftler auf sich, denn die Wissenschaft an sich wird in bedeutendem Maße als ein soziales Konstrukt betrachtet, das in einer sich ändernden Welt selbst ständigem Wandel unterliegt.
Der Vortrag widmet sich einer vergleichenden Analyse der Daten, welche beim Studium der Genderaspekte akademischer Kommunikation  in deutscher und russischer wissenschaftlicher Umgebung gewonnen wurden. Gegenübergestellt werden die Resultate, die im Laufe der Ausführung des Projekts „Kommunikative Konfliktpotenziale zwischen Frauen und Männern“ in den 1990er Jahren von deutschen Wissenschaftlern hervorgebracht wurden und die Resultate des Studiums der Genderspezifik „Zustimmung und  Verneinung in mündlichem wissenschaftlichen Diskurs“, gewonnen im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts bei der Durchführung des Projekts „ Wissenschaftliche Grundzüge professioneller institutioneller Kommunikation“ durch den Autor des Vortrags. Beide Projekte sind in ihrem Kern homogen und auf ähnlichen methodologischen (soziokonstruktivistischen) Grundlagen aufgebaut. Im Zentrum der Aufmerksamkeit befinden sich die Genderspezifik, der Ausdruck von Zustimmung und Verneinung und die dazu gehörige kommunikativ-grammatische Bedeutung.


Posdnjakova Prof. Dr. Helga Kotthoff

Seit 2009 - Prof. an der Universität Freiburg, Germ. Linguistik
2000-2009 - Prof. an der PH Freiburg im Breisgau

Titel des Vortrags 
Neue Standards und Stile der Schriftkommunikation im Internet

Kurze Zusammenfassung des Vortrags 
Heute wird durch die Internet-Kommunikation und die neuen Medien so viel geschrieben wie noch nie. Im Zuge dessen haben sich Unterschiede zwischen informellem und formellem Schreiben herausgebildet. Jugendliche, aber auch Erwachsene, schreiben auf Internet-Plattformen othografiefern, ikonisieren mündliche Verfahren, wie z.B. Lautstärke durch Großbuchstaben, integrieren Emoticons, verwenden Dialektismen und Vulgarismen. In den Schreibpraktiken zeigen sich neue Gruppenunterschiede und Identitätsverhandlungen. Ich werde auf Schreibstile von weiblichen und männlichen Jugendlichen eingehen und auch auf das Schreiben in russisch-deutschen Chat-Foren.


Teil 2. Die kulturell-sprachliche Integration von Ausländern und Migranten (1,5 Stunden)

PosdnjakovaDr. Irina Sergejevna Prosvirnina

Dozentin am Lehrstuhl für Russisch als Fremdsprache an der Föderalen Ural-Universität

Seit 1989 Dozentin für Russisch als Fremdsprache an der Staatlichen Ural-Universität, Urheberin des lehrmethodischen Systems kulturell-sprachlicher Adaption von Migranten, der Sprach- und Länderkunde, Entwicklerin des Magisterprogramms «Russisch als Fremdsprache»

Titel des Vortrags
Algorithmen der Arbeit mit Migranten zwecks kulturell-sprachlicher Adaption im regionalen Sprachmilieu

Kurze Zusammenfassung des Vortrags
Die Probleme der kultur-sprachlichen Adaption bei Ausländern und Migranten (Integration kommt hier noch nicht zur Sprache) – sind eben das, was Russland und Europa in den soziokulturellen Beziehungen gemeinsam haben. Die Probleme schienen unterschiedlichen Ursprungs zu sein, da in Europa in einem gewissen Sinne die alltäglichen Rechte der Titularnationen der Gerechtigkeit und Demokratie zugute eingeschränkt wurden, in Russland hingegen die Rechte der Migranten. Die Zeit jedoch hat diese Unterscheidung nivelliert. Die Rede ist hier von einer starken Abwehr der staatlichen Migrationspolitik, entstanden durch ein bestimmtes Alltagsbewusstsein, vor allem durch ein negatives Empfinden des Alltags mit den damit verbundenen Formen der Demokratie, sowohl in Europa als auch in Russland, und dem daraus entstehendem Nichtglauben an die Möglichkeit, mit rechtlichen Mitteln etwas daran ändern zu können. Es ist erforderlich, Algorithmen zur Adaptionsregulierung für jedes konkrete Territorium auszuarbeiten.


Posdnjakova Dr. habil. Natalia V. Gagarina

Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft (ZAS), außeruniversit.  Forschungsinstitut des Landes Berlin, AG-Leiterin der EU-Projekte (COST)
seit 1998 - wissenschaftliche Mitarbeiterin im ZAS, Berlin
2008 - Habilitation
seit 2007 - Koordination und Leitung durch BMBF und EU (FP7, COST) geförderte Projekte
WS 2009-2010 - Professurvertretung Lehrstuhl Slavistische Linguistik,
Institut für Slavistik, Universität Hamburg

Titel des Vortrags 
Erstspracherwerb des Russischen in Deutschland: Probleme und Perspektiven

Kurze Zusammenfassung des Vortrags 
Unter diesen Personen mit Migrationshintergrund bildet die Gruppe der Menschen russischer Herkunftssprache mit ca. 4,7 Millionen die größte Minderheit (http://www.migration.uni-jena.de/consortium/israel_germany/total_numbers /index.php). Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Drittel der Kinder mit russischsprachigem Migrationshintergrund nach zwei bis drei Jahren regelmäßigem, frequentem Kontakt mit dem Deutschen durch den Besuch einer Betreuungseinrichtung (wie z.B. einer Kindertagesstätte), deutlich unter den monolingual deutschen Normen lagen (Armon-Lotem, Walters & Gagarina, Im Druck). Auch die Erstsprache russisch wird nicht vollständig erworben oder aber früh abgebaut.In dem Vortrag wird Sprachstand Russisch für mehrsprachige Kinder präsentiert. Sprachstand Russisch ist ein Test zur Erfassung der sprachlichen Fähigkeiten von Kindern, die das Russische außerhalb eines russischsprachigen Landes als Erstsprache bzw. als eine von zwei oder mehreren Erstsprachen erwerben.

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