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Berichte

Russlandbild der Deutschen -
Unwissenheit oder Medienprägung?

Ursachen kontroverser Wahrnehmung Russlands in Deutschland
Meinungsbildende Mechanismen in der deutschen Öffentlichkeit

Veranstalter: Go East Generationen e.V. (GEG), Petersburger Dialog e.V. (PD) und
       Russisches Haus der Wissenschaft und Kultur, Berlin (RHWK)


Programm                            Die Experten


Berichte

Pressemeldung: Guntram Kaiser für Russland heute oder Russland heute

Pressemeldung Berlin24.ru russisch oder Berlin24.ru

Oleg Zinkovski, Leiter der russischen Hörfunkredaktion, Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb)
Russlandbild der Deutschen - Unwissenheit oder Medienprägung?  - eine Zusammenfassung

Dr. Johannes Grotzky, Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks und ehemaliger ARD-Korrespondent in Moskau:
Von der Gorbatschow-Euphorie zur Putin-Kritik. Der Wandel des Russland-Bildes in den deutschen Medien.

Dr. Henning von Löwis of Menar, Deutschlandfunk
Prügelknabe Putin - Russlands Präsident im Spiegel deutscher Medien


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Thema
Rund 150 engagierte Teilnehmer folgten der Einladung von Go East Generationen e.V. und versammelten sich am 13. September 2013 im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in der Berliner Friedrichstraße.

Go East Generationen e.V., Petersburger Dialog e.V. und das Russische Haus waren die Co-Veranstalter einer Fachkonferenz mit dem etwas provokativ klingenden Titel „Russlandbild der Deutschen - Unwissenheit oder Medienprägung?“. Führende Experten waren eingeladen, um über die Ursachen kontroverser Wahrnehmung Russlands in Deutschland zu referieren.

Anlass war eine von der Bertelsmann-Stiftung durchgeführte Umfrage, deren Ergebnisse beunruhigend sind. Nur 15 Prozent der befragten Deutschen hegen Sympathie für die Russen. Noch vor einigen Jahren waren es laut verschiedener anderer Erhebungen 10 bis 15 Prozent mehr. Nur ein Drittel der Deutschen wünscht sich eine Russin oder einen Russen als Schwiegertochter oder -sohn. Dabei waren nur ganz wenige der Befragten in Russland oder haben russische Bekannte. Ihre Meinung bauen die Menschen anscheinend zum großen Teil auf Medienberichten auf.

Über Hintergrundsmechanismen, die eine deutsche Berichtserstattung über Russland beeinflussen, sprach
Dr. Johannes Grotzky, Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks und früherer ARD-Korrespondent in Moskau. „Von der Gorbatschow-Euphorie zur Putin-Kritik: Der Wandel des Russlandbildes in den deutschen Medien“, so hatte er sein Thema formuliert und gleich eine eindrucksvolle Auflistung russlandkritischer Schlagzeilen in der Presse geliefert. Das russische Medienbild wandelte sich in den letzten Jahren mehrfach. Dabei ließ man sich oft weniger durch Sachverstand, mehr durch Emotionen leiten. Einer anfänglichen Begeisterung über Gorbatschow, Jelzin und Putin folgten immer Enttäuschung und eine überspitzte Kritik. Doch eine presse–kritische Stimmung gegenüber Russland wird, laut Dr. Grotzky, keineswegs bewusst gesteuert.

Diese Ansicht teilte auch Dr. Vladislav Belov, Direktor des Zentrums für Deutschlandforschungen am Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften. Vorurteile über Russland werden zwar verbreitet, doch es sei keine gezielte Position deutscher Medienmacher. Eher spiegelt sich darin der allgemeine Negativtrend der modernen Presse. Journalisten verstehen sich „als Wachhunde“, die mit einer grundkritischen Position jeden Missstand aufzudecken suchen. Die kritischen Einstellungen zu Russland ergeben sich allerdings auch aus alten Ängsten, bitteren Kriegserfahrungen, aus dem Misstrauen vor Russland als Nachfolger der UdSSR.

Nach den beiden Vorträgen, die von einer engagierten Debatte unter Mitwirkung vieler Anwesenden begleitet war, leisteten die Impulsreferenten Dr. Henning von Löwis of Menar und Sergey Sumlenny ihre Beiträge zur Diskussion. Dabei vertraten sie diametral unterschiedliche Meinungen. Dr. von Löwis of Menar, Journalist des Deutschlandfunks, verlas und kommentierte seine „13 Thesen zur Verteidigung von Putin“, in dem er den russischen Präsidenten in Schutz gegen „die böse deutsche Presse“ nahm. Sergey Sumlenny, Politologe und Deutschland-Korres–pondent der russischen Mediaholding EXPERT mir Wochenzeitung und zahlreichen Journalen, drehte den Spieß um und meinte, es sei eben die russische Presse, die Deutschland schwarzmale und böswillige Unterstellungen beispielsweise über „grüne Pädophilie“ verbreite.

Zahlreiche Fragen aus dem Publikum richteten sich immer wieder auf die Verantwortung der Presse über ihre Berichterstattung und über das Positive in den deutsch-russischen Beziehungen, was leider oft unterbe–leuchtet bleibt. Nach spannenden Konferenzstunden konnte man resümieren, dass sich alle Teilnehmer ein größeres gegenseitiges Verständnis wünschen und den freundlichen Vertrauensaufbau zwischen beiden Ländern gutheißen würden.

Oleg Zinkovski
Leiter der russischen Hörfunkredaktion, Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb)


 

 
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